Gemeinde im Gespräch

Wernigerode, 22.08.2010

Am Sonntag, dem 20. August 2010, fand der erste gemeinsame Gemeindetag in Verbindung mit der neu erschienenen DVD „Entwicklung unserer Kirche“ statt. Damit der Nachmittag einen angemessenen Rahmen erhielt, waren viele Geschwister und Freunde in der Vorbereitung tätig. Nur so konnte es gelingen, dass eine Atmosphäre geschaffen wurde, die Möglichkeiten zu offenen Gesprächen bot. Darum sei allen Beteiligten für ihr Engagement gedankt.
Kernpunkt des Nachmittags waren die Gedanken unseres Bezirksapostels zur Entwicklung unserer Kirche, die durch den Vortrag zum christlichen Menschenbild durch den Bezirksältesten Richter ausgebaut wurden. Die Gedanken waren nicht unbedingt neu – basieren sie ja auf dem Evangelium, doch so treffsicher wurden sie selten formuliert. Sicherlich waren manche Beispiele polarisierend, doch regten sie gerade deshalb zu tieferem Nachdenken an. Und so blieb das anschließende Gespräch nicht an der Oberfläche des Gemeindelebens sondern lotete auch manche Tiefe aus. Dabei war es sehr wohltuend, dass alle Wortbeiträge von gegenseitiger Achtung und Verständnis geprägt waren. So kamen auch diskussionswürdige Punkte zur Sprache, die Bezirksevangelist Gerald Unruh versuchte, weitestgehend zu erläutern. Sicher blieb manche Frage noch offen, was die Notwendigkeit weiterer Veranstaltungen nur bestätigt. Eine kurze Befragung einiger Geschwister spiegelte jedoch durchweg positive Gedanken wider.
So wurde die Möglichkeit zur öffentlichen Meinungsäußerung begrüßt, stellt sie doch eine positive Entwicklung für ein gemeinsames Miteinander in der Gemeinde dar. Und wie dieses Miteinander gelebt wird, basiert bewusst oder unbewusst auf dem Menschenbild, welches jeder einzelne in sich trägt. Damit wird deutlich, dass es vor allem um ein persönliches Arbeitsfeld geht. Unser eigenes gefestigtes Bild von uns und unserem Nächsten entzieht sich oberflächlichen Betrachtungen. Es erfordert genaues Hinsehen und Selbstreflexion, um es zu erfassen und es erfordert viel Mühe um Dinge zu verbessern. Dennoch lohnt es sich, sich aufzumachen, wirkt es sich doch auf das Miteinander der ganzen Gemeinde aus. Dass dieser Prozess Zeit benötigt, erkennt man schon an dem Titel der Vision – die nicht umsonst Vision 2014 heißt. Die Erwartungen sind hoch und ich wünsche mir, dass wir uns mit Augenmaß und gütigem Umgang am Grundgedanken des Evangeliums - „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ - orientieren.

C.H.

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