Festgottesdienst mit Bezirksapostel Klingler

Wernigerode, 27.06.2010

Viele Vorbereitungen wurden getroffen, bevor am 27. Juni 2010 Bezirksapostel Wilfried Klingler unsere Gemeinde besuchte. Seit der letzten Begegnung in Wernigerode zum Himmelfahrtsgottesdienst 2007 waren nunmehr 3 Jahre vergangen. Dementsprechend groß waren Vorfreude und Erwartungen.
Neben den Gemeinden Ilsenburg und Elbingerode waren alle Gemeindevorsteher des Kirchenbezirkes Halberstadt zu dem Festgottesdienst eingeladen. Und so war die Kirche mit 330 Teilnehmern im wahrsten Sinne des Wortes bis auf den letzten Platz gefüllt.

Als Textwort für diesen Tag wählte der Bezirksapostel den 8. Vers aus Kapitel 8 des Lukasevangeliums:

„So seht nun darauf, wie ihr zuhört; denn wer da hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er meint zu haben.“

Nach dem Verlesen des Textwortes regte das Chorlied „Ich lege meine Hände, o Herr in deine Hand“ den Bezirksapostel an, zunächst einige Gedanken darauf zu verwenden. Er griff das Bild des Händedrucks auf und verband damit Sicherheit, Trost, Liebe und Vertrauen. Erfahrbar wird dies zum Beispiel im Händedruck zweier Liebender oder im ersten Händedruck zwischen einem Kind und den Eltern beim Erlernen des Laufens. Dieses Urvertrauen möge auch uns in allen Freuden wie auch im Leid begleiten. Schon im alltäglichen Leben wird deutlich, was Hoffnung für eine Kraft ist: sie macht eine gestaltbare und lebenswerte Zukunft erst möglich. Besonders deutlich wird dies zum Beispiel am Verhältnis zwischen Arzt und Patient oder aber an der Hoffnung, selbst nach mehreren abgelehnten Bewerbungen einen weiteren Versuch zu wagen. Hoffnung ist ein Lebenselement. Dieses Lebenselement hat ein Ziel, wirkt aber im gegenwärtigen Augenblick. Und so ist auch das Christ-Sein nicht dazu gedacht, hier und jetzt zu vertrösten. Vielmehr wollen wir mit Christus unseren Alltag, unsere Umgebung, unsere Gemeinde und unsere Zukunft heute gestalten.

In Bezug zum Bibelwort beleuchtete der Bezirksapostel mehrere Beispiele aus der heiligen Schrift unter dem Aspekt, mit welcher inneren Grundhaltung die jeweiligen Personen an sie gerichtete Worte aufnahmen, wie sie also hörten. So wurde Petrus genannt, dem nach erfolglosem Fischfang von Jesu geraten wurde, erneut auf das Meer zu fahren. Trotz seiner einschlägigen Erfahrung als Fischer nahm er den Rat an. Der Bezirksapostel bemerkte, dass Petrus in diesem Moment schon wie ein Jünger auf die Worte Jesu hörte.
Im Gegensatz dazu berichtet die Heilige Schrift ebenfalls, dass sich viele Jünger an Worten Jesu stießen, welche sie als „harte Rede“ empfanden (vgl. Johannes 6,60). Diese vermeintlich harte Rede waren aber Worte zum Leben, was in diesem Moment von den Jüngern jedoch nicht erkannt wurde.
So besteht auch heute unsere Aufgabe darin, zu prüfen: Wie will ich Gott hören? Mit welcher inneren Grundhaltung begebe ich mich in den Dialog mit Gott? Stehe ich Gott als ein selbstgerechter Mensch oder als reuiger Sünder gegenüber? (vgl. Lukas 18,9-14) Zum Abschluss wünschte der Bezirksapostel, dass es einem jeden gelingen möge, die Stimme der Liebe Gottes zu fühlen.

Apostel Korbien betonte in seiner Predigt die Notwendigkeit von Stille und Frieden, welche es erst ermöglichen, Gott hören zu können. Weiterhin machte er deutlich, dass es einfacher ist, Worte von Menschen anzunehmen, die man mag. Auch dies kann für jeden von uns ein persönliches Arbeitsgebiet sein, verbunden mit dem Bibelwort: „So seht nun darauf, wie ihr zuhört.“ Ebenso vertiefte er den Gedanken, die Hoffnung nicht aufzugeben selbst in das Wesen Jesu hineinzuwachsen und weiterhin daran zu arbeiten, dass die Gemeinde ein lesbarer Brief Christi sei, denn Gott schenkt uns Kraft, diese Ziele zu erreichen.

Nach dem Abendmahl spendete der Bezirksapostel neben dem Sakrament der Heiligen Versiegelung auch den Segen zur Silbernen Hochzeit des Gemeindevorstehers Andreas Lutz und seiner Frau Kerstin. Ihnen widmete er zu diesem Anlass einige Verse aus dem 23. Psalm („Der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln …“).
Mit dem Gedanken Gottes Segen hinterlässt „Gutes und Barmherzigkeit“ ermunterte er auch uns, Spuren von Güte und Barmherzigkeit zu hinterlassen. Denn Gott braucht auch Dich und mich, um sich anderen zu offenbaren.

C.H.

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