Europa-Jugendtag für alle

Wernigerode, 13.09.2009

Wer am 13.September 2009 am Sonntagmorgen in die neuapostolische Kirchengemeinde Wernigerode kam, war möglicherweise ein wenig irritiert. An der Tür und an den Garderoben standen nicht wie gewohnt Diakone im schwarzen Anzug, sondern Jugendliche in fröhlich buntem Outfit begrüßten die Gottesdienstteilnehmer, nahmen ihre Mäntel und Jacken in Empfang und wiesen freundlich einen Platz an. 
An diesem Sonntag sollte die Gemeinde und liebe Gäste an den Emotionen, Empfindungen und Erlebnissen der Jugend teilhaben, die der Europäische Jugendtag in Düsseldorf hinterlassen hat.
Dieses Projekt "EJT für alle" war aus Ideen der Jugendlichen der Gemeinden Elbingerode, Ilsenburg und Wernigerode geboren und fand an diesem Sonntag seine Durchführung.

Intensive Vorbereitungen waren notwendig, um diesem Sonntag einen umfangreichen und tiefgehenden Inhalt zu geben. Die Jugend hatte sich vorgenommen, die komplette Gestaltung eines Gottesdienstes in Eigenregie zu übernehmen.

So wurde im Vorfeld intensiv mit dem Jugendchor geübt, um die typischen Jugendtagslieder noch einmal vortragsreif einzustudieren. Für den Ablauf dieses Sonntages wurde - dem EJT angelehnt - ein Guide  entworfen und gedruckt, in dem unter anderen ein Grußwort des Vorstehers, alle Lieder des Gottesdienstes sowie Zahlen, Daten und Fakten des Wochenendes in Düsseldorf enthalten waren.
Weiterhin galt es über 1000 Fotos - von den Harzer Jugendtagsteilnehmern selbst geknipst, auszuwerten und eine Auswahl davon in einer Bilderwandpräsentation einzuarbeiten.

Nun wieder zurück zum 13.September 2009
Die Kirche ist ein wenig umgeräumt, der Jugendchor separat im rechten Winkel zur Gemeinde plaziert. Den Altar schmückt ein von Anne-Sophie und Gundel gestaltetes Blumenarangement in den Farben des EJT (orange,weiß,blau)
Die Sitzordnung in der Gemeinde ist ungewohnt famlienbetont, denn alle Mitglieder des gemischten Chores  "dürfen" diesmal mit ihren Familien zusammensitzen. Der Jugendchor, von den beiden jugendlichen Dirigenten Christin und Stefan -geleitet, eröffnet das Beisammensein mit "Alta Trinita beata" und dem Ohrwurm des EJT "UNITY".
Kurz vor dem Beginn des Gottesdienstes begrüßt Sandra alle Anwesenden und informiert über den Ablauf des Gottesdienstes. Um die Internationalität des Jugendtags zu reflektieren wird diese Ansage von John in englischer Sprache wiederholt. Auch in Wernigerode ist an diesem Tag das internationale Flair eingekehrt - wir haben Besuch aus Japan und Australien.

Gemeinsam stimmen dann alle Gottesdienstbesucher in das Eingangslied "Der Herr ist mein getreuer Hirt" ein, welches von Daniel schwungvoll an der Orgel begleitet wird.
Nach Eingangsgebet und Verlesen des Leitwortes für die Predigt aus Philipper 3,13 :
"Meine Brüder ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich es ergriffen haben. Eines aber sage ich: Ich vergesse was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist." singt der Jugendchor "This little light of mine".
Der Gottesdienst wird von unserem Vorsteher, dem Hirten Andreas Lutz geleitet - zum Mitdienen ruft er Priester Lutz Hennig an den Altar.
Das Bibelwort und die Inhalte der Predigt liegen verständlicherweise sehr nah an dem Wirken und Dienen des Stammapostels und der Apostel im Abschlussgottesdienst in Düsseldorf.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahles singen in gemeinsamer "Uraufführung" der Kinderchor der Gemeinde zusammen mit dem Jugendchor das sehr lebendig vorgetragene Preislied "Laudato si".

Den Abschluss des Gottesdienstes prägt das von allen mit sehr viel Herz und Freude gesungene Lied "Der Herr ist mein Licht". Dieses Lied war auch der von über 45.000 Kehlen gesungene Schlussakkord des Gottesdienstes in der LTU-Arena.

Last but not least - eines darf natürlich nicht fehlen. Mit erklärenden Worten eingeleitet, erklingt der von Christin (Sopran) und Cathleen (Klavier) vorgetragene EJT-Song "Come to my Jesus". Dieser etwas ungewohnte, der Rockmusik nahestehende Klang hinterlässt aber bei den meisten Gottesdienstbesuchern ein positives Echo.

Nun beginnt das Programm nach dem Gottesdienst.
Ein liebevoll von Julia und Stephan organisierter Imbiss im "EJT-Format" gibt die Möglichkeit einmal in die Art der kulinarischen Jugendtagsversorgung Einblick zu nehmen und als positiven "Nebeneffekt" den eigenen Hunger zu stillen.
Mittlerweile ist auch unser Bezirksältester Wolfgang Becker eingetroffen, der gern das Programm am Nachmittag miterleben möchte, welches mit einem Video eröffnet wird.
In dieser selbst bearbeiteten Präsentation werden den Zuschauern Clips von Höhepunkten des EJT und als Highlight ein speziell für diesen Tag aufgenommenes Interview mit Apostel Jens Korbien gezeigt. Weiterhin werden Videostatements einiger Jugendlicher aus unserem Bereich präsentiert, die ihren Empfindungen verbal Ausdruck verleihen.
Nun beginnt eine "Jugendchorübungsstunde" in der Christin mit allen Teilnehmern das Lied "Cantai ao Senhor" in deutscher, portugiesischer und englischer Sprache einübt.
Anschließend werden alle Teilnehmer eingeladen, die im Kirchensaal verteilten Stände zu besuchen. In einer Ecke der Kirche haben Sandra und John sichtbar gemacht, mit welchen Accessoires ein "Standard-Jugendtagsteilnehmer" ausgestattet wurde und welche kulinarischen Köstlichkeiten vor Ort für jeden verfügbar waren. Ein weiterer Stand zeigt das Ambiente der Schlafsäle auf dem Messegelände. Luftmatratzen, Isomatten und Schlafsäcke sind hier zu "bestaunen".
Auf sechs Metaplantafeln laden Bilddokumentationen zum Abtauchen in die Sphären des EJT ein.
In einer anderen Ecke haben Christina und Jenny einen Parcour aufgebaut, auf dem jeder probieren kann, wie ein blinder, bzw. sehgeschädigter Mensch seine Umwelt erlebt.
Aktiv sein bedeutet auch sich an einem Bibelquiz zu versuchen, um dort vielleicht festzustellen, dass einige Details gar nicht so einfach aus dem Gedächtnis abzurufen sind. Hat zum Beispiel Jesus seine Zuhörer mit 2 Fischen und 5 Broten oder mit 5 Fischen und 2 Broten satt bekommen ?
Christian hat sein Fotostudio aufgebaut - hier können sich Familien, Freunde oder auch Einzelpersonen vor einem neutralen Hintergrund fotografieren lassen. Mit "Zauberhand" wird er diesen Hintergrund gegen ein von den Fotografierten gewähltes Motiv austauschen und bald gibt es dann die ausbelichteten Kunstwerke als kleines Erinnerungsgeschenk.
Nun ist es fast 14:00 Uhr und bevor die Kirche wieder umgeräumt und für den nächsten Gottesdienst vorbereitet wird, verabschieden sich alle voneinander mit den gemeinsam gesungenen Irischen Segenswünschen ".... und bis wir uns wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand".

U.P.

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