Vertrauen auf den Herrn - Besuch des Bezirksapostels

Wernigerode, 01. August 2018

Auf den Abendgottesdienst am Mittwoch, dem 1. August 2018, haben sich die Geschwister in Wernigerode schon lange gefreut. Bezirksapostel Rüdiger Krause kehrte in die Gemeinde ein und diente mit dem Bibelwort aus Hiob 42, Vers 5: „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.“

Zu Beginn seines Dienens bezog sich der Bezirksapostel auf das Vertrauen, welches durch die Sänger im Chorlied „Herr mein Gott“ (Nr. 203) zum Ausdruck gebracht wurde. David beschreibt im Psalm 71 Gott als einen starken Hort der Geborgenheit, eine Burg und ein Fels der Sicherheit. Das sind Begriffe des Vertrauens.

Auf Gottes Hilfe können wir bis heute unsere Hoffnung und unsere Zuversicht setzen. Zuversicht ist im Grunde genommen eine Steigerungsform der Hoffnung. Sie drückt die Gewissheit aus, dass wir für Gott nicht lediglich eine Randfigur sind. Der Mensch steht im Fokus Gottes und erhält seine volle Aufmerksamkeit. In den Gleichnissen vom verlorenen Sohn oder dem verlorenen Groschen macht Jesus deutlich, dass über jeden Sünder, der Buße tut, große Freude im Himmel ist.

Hiob war ein rechtschaffender und gottesfürchtiger Mann. Trotzdem ließ Gott es zu, dass dieser Mann vom Teufel geplagt wurde. Hiob geriet dadurch in Situationen, die er nicht verstand und fühlte sich von Gott verlassen. Im 9. Kapitel ist zu lesen, dass Hiob Gott anklagte - angesichts der Umstände eine nachvollziehbare menschliche Reaktion. Wie oft erleben wir heute, dass Gottes Zulassungen nicht verstanden werden? Wie oft haben wir Fragen, auf die es keine Antwort gibt? In solchen Momenten mögen wir unseren ganzen Glauben einsetzen und das Vertrauen behalten. Unsere Zuversicht gründet sich auf die Zusage Jesu, dass er uns wiedersehen möchte und wir ihn an diesem Tag nichts mehr fragen. (Joh.6;23) Hiobs Freunde kamen letztlich zu dem Schluss, dass Hiob große Schuld auf sich geladen haben müsse, deshalb folge nun die Strafe Gottes. Wir sind aufgerufen, uns mit Beurteilungen zurückzuhalten und  keine Schlussfolgerungen aus scheinbar offensichtlichen Situationen zu ziehen. Hiob kann heute viele Namen haben und – anders als bei ihm – gibt es nicht immer ein gutes Ende. Wir möchten unserem Nächsten helfend zur Seite stehen, ohne zu spekulieren oder auszuhorchen.

Schlussendlich offenbarte sich Gott Hiob und dieser erkannte ihn. Er erlebte Gott nun nicht nur vom Hörensagen, sondern sah ihn.

Im Gegensatz zu Hiob kennen wir aufgrund des Wirkens Jesu den großen Gott nicht nur vom Hörensagen. Jesus zeigte uns Gott als den Vater, der seine Kinder liebt. Auch wenn wir uns von ihm abwenden, sind wir nicht verloren. Die frohe Botschaft eröffnet jedem Menschen einen Weg zurück in die göttliche Gemeinschaft.

Apostel Korbien und Bezirksältester Unruh unterstrichen die wertvollen Gedanken des Gottesdienstes im Mitdienen.

RK / SB

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