Seniorenausflug am 27. April - Über den Wolken….

Wernigerode, Flugzeugmuseum, 27. April 2018

"....muss die Freiheit wohl grenzenlos sein".

Mit diesem Lied beschrieb Reinhard Mey 1974 die Gedanken eines Mannes, der einem startenden Flugzeug nachschaute. In dieser Zeit war das Fliegen noch nicht für jedermann erschwinglich. Die Entwicklung vom Wagnis des Fliegens in der Pionierzeit bis zur heutigen Massenfliegerei mit zirka drei Millionen Flugpassagieren je Stunde wollten 26 Ruheständler unserer Gemeinde etwas genauer unter die Lupe nehmen. Dazu trafen sie sich am Freitag, dem 27.04.2018, im Luftfahrtmuseum in Wernigerode.

Um den 90-minütigen Rundgang gestärkt zu bewältigen, wurden zuvor bei Kaffee und Kuchen Kräfte gesammelt. Die Mitarbeiter der „CafetAIRia" des Museums verwöhnten uns mit dem begehrten Heißgetränk, leckerem Gebäck und echtem Harzer Baumkuchen. Danach starteten wir den Rundgang unter fachkundiger Führung im Hangar 1 und standen gleich vor dem Nachbau einer Jatho, dem Drachenflieger eines Beamten und Flugpioniers der ersten Stunde. Karl Jatho war Berichten zufolge ab 1903 einer der ersten Männer, der bemannte Flugversuche und Flüge unternommen hatte. Der weitere Ausbau der Fliegerei ging in enormem Tempo voran. Schnell erkannte das Militär den Wert der neuen Technik und produzierte je nach Einsatzzweck unterschiedliche Maschinen. Geld spielte bei der Entwicklung kaum noch eine Rolle. In einer 33m langen Vitrine konnte man die parallel dazu verlaufende Geschichte des Flugzeugcockpits sehr gut nachvollziehen. An einem historischen Flughafenmodell wurde deutlich, dass es bereits im zweiten Weltkrieg Flugzeuge gab, welche den gleichen Frachtraum wie ein Eisenbahnwaggon hatten und 20 t Last tragen konnten.

Bald standen wir vor einer russischen Maschine, die den meisten von uns als Düngerflieger aus DDR-Zeiten bekannt war. Interessant war, dass diese Antonow AN 2 neben der zweiköpfigen Besatzung auch 10 Passagieren Platz bot und nie aus technischen Gründen abstürzte. Beindruckend war es auch, im Hangar vier Flugzeuge zu bestaunen, welche im wahrsten Sinn mit atemberaubenden Geschwindigkeiten unterwegs waren – Respekt vor den Piloten dieser Maschinen!

Die Fliegerei hat im Laufe der Jahrzehnte einen sehr wichtigen Stellenwert eingenommen. Rettungshubschrauber eröffnen die Möglichkeit, Patienten schnell und ohne nennenswerte Erschütterungen zu transportieren. Großraumjets transportieren Fahrgäste und Frachten in großen Mengen schnell und sicher über weite Entfernungen. In Kürze wird auf dem Dach des Museums eine „Transall C 160" zu besichtigen sein. Diese Transportflugzeuge wurden in den 1960er Jahren entwickelt. Der beeindruckende Transporter wird seit 2013 nach und nach durch moderne Maschinen ersetzt.

Der Museumsbesuch hat sich auf jedem Fall gelohnt, denn jeder von uns konnte neue und interessante Erkenntnisse über die Geschichte der Luftfahrt sammeln.

R. K.

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