Psalmkonzert „Der Herr ist mein Hirte“

Elbingerode, 20. September 2015

Zu einem Psalmkonzert mit dem Titel „Der Herr ist mein Hirte“ lud am Sonntag, dem 20. September 2015, der Männerchor des Kirchenbezirks Halberstadt in die Stadtkirche St. Jakobi in Elbingerode. Die Zuhörer erwartete eine musikalische „Reise“ mit Psalmvertonungen aus vier Jahrhunderten. Monatelang hatte der Projekt-Männerchor unter Leitung von Stefan Jokel auf das Konzert hingearbeitet; nicht nur sollte der Öffentlichkeit die Wegweisung Gottes durch dieses besondere Klangerlebnis nahe gebracht werden, auch der Erlös des Konzertes sollte einem wohltätigen Zweck, nämlich der Flüchtlingshilfe der Stadt Oberharz zugute kommen.

Kräftige Orgelklänge ertönten zum Auftakt des Konzertes, zu dem etwa 150 Zuhörer erschienen waren, von der Orgelempore der Stadtkirche. Doch von den Hauptausführenden, den Sängern und Instrumentalisten der Gemeinden Wernigerode, Elbingerode, Blankenburg, Aschersleben, Halberstadt und Hadmersleben war weit und breit nichts zu sehen. Erwartungsvoll blickte das Publikum auf die noch leere Tribüne im Altarraum der Kirche während die letzten Noten der Bach’schen Fantasie in g-Moll, welche präzise und ausdrucksstark von Organist Lutz Hennig vorgetragen worden war, erklangen. Und plötzlich, nach einem Moment der Stille, erklangen wie aus dem Nichts die ersten andächtigen Töne. Vom hinteren Teil des Kirchenschiffes aus, stimmte der Männerchor den gregorianischen Choral „Tenuisti manum dexteram“ an. Der Choral ist eine Vertonung des 73. Psalms „Dennoch bleibe ich stets an dir“ und gilt als eine der ältesten erhaltenen Psalmkompositionen. Der behutsame und konzentrierte, einstimmige Vortrag dieses Werkes durch den Männerchor diente als starker Kontrast zu den vorab gehörten Orgelklängen und lud das Publikum zur inneren Einkehr ein. Nach anschließender Aufstellung der Sänger im vorderen Bereich des Kirchenschiffes, wurde den Zuhörern eine vielfältige Auswahl von Psalmvertonungen aus verschiedenen Zeitepochen vorgestellt. Dabei wurde im Laufe des Programms, bei dem kleinere Vokal- sowie Instrumentalensembles für Abwechslung sorgten, ein weiter Bogen vom Barock bis hin zur Gegenwartsmusik gespannt und dabei der Facettenreichtum von Psalmkompositionen bewiesen. So verströmte die musikalische Umsetzung des 23. Psalms „Der Herr ist mein Hirt“ eine friedliche Idylle, die alle Sorgen vergessen ließ; andere Vertonungen wiederum waren rhythmisch lebhaft und bewegt. Eins jedoch hatten alle Programmteile gemeinsam: Der textliche Inhalt der Kompositionen, der durch die deutliche Aussprache der Sänger sehr gut verstanden werden konnte, der innige Vortrag des Männerchores, sowie nicht zuletzt die ohrenschmeichelnde Intonation und tragende Akustik der Stadtkirche, waren eine Wohltat für die Seele.

Kurz nach 18 Uhr erklang mit den Worten „ und vergiss nicht, was er dir Gut’s getan hat“ des 103. Psalms „Lobe den Herrn, meine Seele“ der letzte Satz des Konzertes. Die monatelangen Vorbereitungen all derer, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen hatten, wurden mit großem, wohlwollendem Applaus des Publikums belohnt. Nach dem gemeinsam angestimmten Schlusslied „Ich will Gott mit ganzer Seele loben“, zeigten sich die Konzertgäste großzügig und trugen eine Summe von 620 Euro zusammen, die nun der Flüchtlingshilfe der Stadt Oberharz zugute kommen soll.

Zu einer Zweitaufführung des Psalmkonzerts lädt der Männerchor alle Geschwister und Gäste herzlich am 11. Oktober um 16 Uhr in die Heilig-Kreuz-Kirche in Aschersleben ein. Der Eintritt ist frei, denn auch hier wird um eine Spende zur Unterstützung der Flüchtlingshilfe gebeten.

SaM / AJo

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