14. Kinderchor- und orchesterprojekt der Gebietskirche Sachsen-Anhalt in Wernigerode

Wernigerode, 26.-28. Juni 2015

Da sitzt er nun in der ersten Reihe auf der Empore und hält ihn in der Hand. Wie viel Jahrzehnte es wohl her ist, dass er so etwas selbst gebastelt hat? Ein bisschen ramponiert sieht dieses Exemplar ja schon aus – es wird wahrscheinlich mehrfach auf Tauglichkeit getestet worden sein. Das vorgetragene Lied geht zu Ende - da ist das Zeichen. Und dann starten ein Dutzend Papierflieger von den drei Emporenseiten hinunter ins Kirchenschiff. Und das war nur einer der vielen schönen Momente des Abschlusskonzerts. Was war dem vorausgegangen?

Am Freitag, dem 26. Juni 2015, reisten 53 erwartungsfreudige, musikbegeisterte Kinder  und ihre Betreuer zum 14. Kinderchor- und -orchesterprojekt der Gebietskirche Sachsen-Anhalt in die Jugendherberge Wernigerode. Zum dritten Mal bot diese Einrichtung ideale Bedingungen für ein intensives Probenwochenende. Nachdem Mitte April in einer Vorbereitungsprobe bereits erste Eindrücke zum neuen Repertoire gesammelt werden konnten, wurde am Freitagabend noch einmal in den Stimmgruppen separat geprobt, während sich alle jungen Tasteninstrumentalisten aus den Gemeinden der Gebietskirche zu einem Kinderchor formierten. Unabhängig von einer für manche viel zu kurzen Nachtruhe, die alljährlich pünktlich um 7 Uhr von einem durch die Herbergsflure ziehenden Bläserduett wohlklingend beendet wird, setzten sich die Proben am folgenden Samstag fort. Wenn etwas bereits zum 14. Mal stattfindet, sollte man dennoch auf Dinge gefasst sein, die so noch nie passierten: zum ersten Mal seit 14 Jahren fiel das obligatorische Gruppenfoto im Freien „ins Wasser“. Allerdings macht eine ungemütliche Wetterlage die Tatsache eher erträglich, drinnen zu proben, statt draußen herumzutoben.

Die Orchester- und Chortitel des diesjährigen Programms standen unter den Psalmworten „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin“. (Psalm 139,14) Ergänzend dazu hatten die jungen Musiker auch in diesem Jahr Gelegenheit, sich in vielfältiger Weise mit diesem Psalmvers auseinanderzusetzen. Die Großen fanden sich am Samstag in der Mittagszeit mit Dirk Voigt zu einer Jugendstunde zusammen und besprachen gemeinsam, was Gott an ihnen „wunderbar gemacht“ hat und wie sie wiederum damit wirken können. In Anlehnung an Jesu Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Matthäus 25,14-30), machten sich die Kinder ihre Talente bewusst und überlegten, was sie damit in ihrem persönlichen Umfeld tun können.

Als Symbol für die Gaben, die Gott wie eine Aussaat in jedes Kind hineingelegt hat, konnten alle Kinder am Nachmittag ihre eigene Sonnenblume aussäen. In den Blumentopf, den sie als Erinnerung an dieses Wochenende mit nach Hause nahmen, steckten sie zudem ein Papierfähnchen, auf dem sie ihre Gaben notierten.

Was die Kinder zukünftig mit ihren wunderbaren Gaben bewirken wollen, schrieben sie auf ein großes Blütenblatt und schmückten damit einen Baum, der im Probenraum aufgestellt wurde.

Alle „übrige“ Kreativität floss in das bereits zur Tradition gewordene Verzieren der gedruckten Konzertprogramme für die Zuhörer und in das (besonders für die Jungs attraktive) Basteln von Papierfliegern.

Am Sonntagmorgen begann der Tag mit einem Kindergottesdienst im großen Probenraum der Jugendherberge. Hirte Andreas Lutz legte der besonderen Stunde das Wort aus Matthäus 13, Vers 17 („Der Menschensohn ist’s, der den guten Samen sät.“) zugrunde und griff die Gedanken der Kinder auf, die sie am Vortag zum diesjährigen Motto niedergeschrieben hatten. Im Anschluss daran erfolgte der letzte Feinschliff in einer abschließenden Durchlaufprobe bevor es nach dem Mittagessen per Bus-Shuttle nach Halberstadt ging. Hier konnten Chor und Orchester noch einmal Aufstellung und Soundcheck vornehmen und nach einer letzten Kuchenpause und mit viel Lampenfieber begann das Konzert.

Bezirksälteste Gerald Unruh begrüßte alle Eltern, Verwandten, Bekannte, Freunde und Geschwister, die zahlreich erschienen waren. Inhaltlich gliederte sich das Programm in drei Teile:

Danke lieber Gott, dass ich denken und fühlen kann und …

… mit Jesus an meiner Seite …

… werde ich Wunderbares tun!

Lieder, Orchesterstücke, Gedichte und Wortbeiträge erreichten das Publikum in vielfältiger Weise und gingen zu Herzen. Ergänzt und unterstützt wurden sie von passenden Bildimpressionen und Schnappschüssen der letzten Tage. Die abschließenden Standing Ovations galten den Kindern für ihre gelungenen Darbietungen, Dirk Voigt für die visuelle Unterstützung und den Dirigenten Kerstin Pfützner, Kathleen Haupt-Schibilsky und Kathleen Abel und ihren Helfern. Auch allen Geschwistern der Gemeinden Wernigerode und Halberstadt ein herzliches Dankeschön, die mit vielen kleinen und großen Hilfeleistungen zu einem gelungenen Wochenende beigetragen haben.

Möge dieser Höhepunkt unseren jungen Musikern und ihren Eltern eine besondere Unterstützung, Wertschätzung und Motivation für ihre weitere Arbeit sein.

SJ / DV / GJ

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