Kinderfreizeit im Bürgerpark Wernigerode

Bürgerpark Wernigerode, 11.-12. Juli 2015

Nach den Erfahrungen des Kindertages 2012 wurde die Idee geboren, am gleichen Ort, nämlich im Bürgerpark Wernigerode, einmal eine Kinderfreizeit über ein Wochenende durchzuführen.

Nach langen Planungen und Terminfindungs-Versuchen war es gelungen, die Kinder der Bezirke Halberstadt, Nordhausen und Magdeburg zur Kinderfreizeit am 11. und 12. Juli 2015 einzuladen. Das erste Ferienwochenende! So sollten Ferien immer beginnen: Übernachten im Zelt, Sport und Spiel, Knüppelkuchen am abendlichen Lagerfeuer und Singen zu Akkordeonklängen – alles das und vieles mehr war geplant.

Die Aufbauarbeiten begannen bereits am Freitagnachmittag, denn es sollte ja alles fertig sein, wenn die Kinder mit ihren Betreuern am Samstag anreisten.

Unser Koch Frank reiste mit seiner mobilen Küche an, bekam ein fleißiges Helferteam  zur Seite und gemeinsam begannen sie mit Aufbau und Einkauf. Bereits am späten Nachmittag zogen leckere Düfte alle Helfer in die Nähe des Küchenzeltes.

Am Samstag früh erwarteten wir voller Spannung die Kinder und ihre Betreuer mit den Zelten oder Wohnmobilen. Viele Eltern hatten es sich nicht nehmen lassen, ihre Kinder zu begleiten und auch über Nacht zu bleiben. Dadurch wurden neue Kontakte geknüpft und viele Gespräche geführt.

Als  gegen 11 Uhr alle eingetroffen waren, fand die offizielle Begrüßung statt, die 65 Kinder wurden in Gruppen von ca. 6 – 10 Personen und 2 Betreuer eingeteilt, jedes Kind wurde mit einer schicken Tasche, einer Flasche Wasser und einem Schlüsselband mit Namensschild ausgestattet.

Dann ging es los mit dem Stationsbetrieb. Somit war gewährleistet, dass jedes Kind einmal an jeder Station sein würde und dadurch niemand etwas verpasste.

Station 1 - Kistenklettern

Dieses hatten wir im Jahr 2012 schon einmal gemacht, und es war so gut angekommen, dass es unbedingt wiederholt werden sollte. Dazu wird ein Steiger benötigt, an welchem wir -weithin sichtbar- die NAK-Fahne befestigt hatten. Bereits am Freitagnachmittag kamen Besucher des Bürgerparks und stellte interessierte Fragen.

Der diesjährige Rekord von Kletterkönigin Lotta lag bei 16 Kisten.

Die Helfer an diesem Stand waren von der ersten Minute an gefordert – sie hatten viel Verantwortung, aber auch viel Spaß. Wenn der Kistenturm, auf welchem der jeweilige Klettermax obenauf steht, irgendwann in sich zusammenfällt, wird das Kind in einem Geschirr aus Riemen aufgefangen und langsam abgeseilt. Die Gesichter unserer Kinder dabei waren sehenswert! Bei jeder Kiste, die mehr aufgestapelt wurde, jubelten die umstehenden Kinder und feuerten ihre kleinen Freunde an. Auch eine Mutti traute sich - Alle Achtung!

Station 2 - Schmied

Der Schmied aus der Krellschen Schmiede konnte für Schauschmieden gewonnen werden.

Dort lernten die Kinder einiges über Eisenerz, über das daraus gewonnene Metall und über die Wirkung von Feuer und Wasser auf das zu schmiedende Teil. So entstanden schöne Dinge wie Pflückehaken oder  Anhänger aus Hufnägeln. Die Kinder waren mit wirklichem Feuereifer am Schmiedefeuer und Amboss tätig, obwohl die Sonne uns nicht vor Hitze schonte.

Station 3 - Lehmbackofen

Leider war der Müller der Gutsmühle Minsleben, der den Lehmbackofen zum Kindertag 2012 betreute zwischenzeitlich verstorben. Dennoch fand sich dank einer Mitarbeiterin des  Harzmuseum Wernigerode, welche im Bürgerpark für das „Grüne Klassenzimmer“ zuständig ist, ein fachkundige Anleiterin für unsere Betreuer. Die von den Kindern frisch gebackenen, leckeren, kleinen Streuselschnecken wurden entweder gleich warm verzehrt oder landeten am Nachmittag auf dem Kaffeetisch.

Station 4 - Bienenvolk

Bruder Brandt aus Gröningen befasst sich mit Bienen und stellte den Kindern das Leben eines Bienenvolks anhand eines Schaukastens vor. Nachdem die Kinder mit dem notwendigen Wissen über Aufbau und Funktionalität eines Bienenvolkes ausgerüstet waren, durften sie sich eine Bienenwachskerze basteln und eine Kostprobe vom leckeren, gesunden Bienenhonig nehmen. 

Station 5 - Wasserflöhe basteln

Am Bastelstand war diesmal wieder Fingerfertigkeit aber auch ein wenig Geduld gefragt. Es gab je Kind einen Bausatz für ein kleines, gummibandbetriebenes Holzboot, welches mit Geschick zusammengesetzt, geleimt und genagelt werden musste. Da trotz der sommerlichen Temperaturen an diesem Tag der Leim nicht so schnell trocknete, wie wir uns das alle gewünscht hätten, wurde jedes Boot mit dem Namen des Erbauers versehen und in die Sonne zum Trocken gebracht. Erst am späten Nachmittag war alles richtig fest und gut, die Boote wurden mit dem kleinen Wasserrad und einem Gummiband komplettiert und dann zu Wasser gelassen werden.

Station 6 - Floßfahren

Auch das gute, alte Floß durfte nicht fehlen. Nachdem es am Vortag schon für Aufregung gesorgt hatte, bewährte es sich nun aber doch. Die Kinder -ausgestattet mit Schwimmwesten- und auch einige Besucher des Bürgerparks freuten sich über eine Bootspartie. Die Betreuer hatten streng darauf zu achten, nur einen vorgeschriebenen Bereich des Sees zu befahren, damit auf der anderen Seite die Fische nicht gestört wurden. Selbst nach dem Abendessen und bis zum Einbruch der Dunkelheit mussten die Betreuer die Paddel schwingen, um mit den Nimmermüden noch mal eine Runde über den See zu drehen.

Die Freude der Kinder konnte man am Lachen, das über den See zu hören war, ermessen.

Nichts geht über eine gute Verpflegung

Zwischen der Beschäftigung an den Stationen waren für die Gruppen auch jeweils Essenspausen eingeschoben, in denen das Versorgungszelt ein wichtiger Anlaufpunkt war:

Es gab HOT-DOGS und BURGER! Alle Kinderherzen schlugen höher und es wurde tüchtig zugelangt.

Zum Kaffee gab es frischen Bäckerkuchen, den Sponsoren herzlichen Dank. Außerdem kam der Eismann wieder mit vielen verschiedenen Sorten Eis auf den Platz. Das erfrischte!

Am Abend standen leckere Grill-Würstchen auf dem Speiseplan, bevor sich alle gestärkt einer neuen Herausforderung stellten.

Gemeinsames Abendsingen und Lagerfeuer

In einer großen, eisernen Feuerschale wurde ein Lagerfeuer entzündet, vorbereitete Stöcke verteilt und es ging los mit Knüppelkuchenbacken. Akkordeon und Gesang sorgten für eine schöne Atmosphäre rund ums Feuer. Zum Ausklang des Tages gesellte sich unser Bezirksältester Unruh dazu und verabschiedete die Kinder mit einem Abendgebet in die Nachtruhe.

 Nach einer mehr oder weniger geruhsamen Nacht, in der sich sogar ein paar „Mäuse“ die übrig gebliebenen Bratwürstchen aus dem Kühlschrank stibitzten, gab es am Morgen ein gemeinsames Frühstück heißem Kaffee, Tee und frischen Brötchen.

 

Kindergottesdienst am Sonntagmorgen

Während die einen frühstückten, richteten einige Brüder die „Kirche“ zum Kindergottesdienst her. Dazu hatte die Parkleitung des Bürgerparks den „Garten des Glaubens“ zur Verfügung gestellt. Der Altar wurde aus Strohballen aufgebaut und von Kindern und ihren Betreuern liebevoll mit Blumen dekoriert.

Thema des Gottesdienstes war „Teilen“ und damit anderen Gutes tun. Die Kinder wurden gefragt, was sie denn so in ihrer Gemeinde und im Umfeld Gutes tun könnten. Erstaunliche Antworten kamen zusammen. Ein Beispiel daraus: Ein Mädchen meldete sich beständig und immer wieder. Nachdem der Dienstleiter das wahrgenommen hatte und sie befragte, berichtete sie freudig darüber, dass sie gemeinsam mit einer Freundin jeden Sonntag den Geschwistern, die auf einen Rollator angewiesen sind, behilflich seien. Diesen „Rollatordienst“ verrichten die Beiden freudig und gern.

Im Anschluss an den Gottesdienst erhielt jedes Kind eine kleine Schachtel Smarties mit der Aufforderung, das Teilen mit diesen Süßigkeiten zu üben.

 

Ausklang der Kinderfreizeit

Nach dem Gottesdienst konnten alle noch einmal Floß fahren, Fußballspielen oder ihr kleines Boot ausprobieren.

In der Zwischenzeit war im Küchenzelt Hochbetrieb. Es gab die obligatorischen Nudeln mit Tomatensoße. Noch niemals ist es bei solch einer Veranstaltung passiert, dass das Essen nicht gereicht hat: diesmal aber schon. Jedoch kein Problem: der Koch hatte noch Reserven und niemand musste hungrig nach Hause fahren.

 

Als die ersten Eltern und Großeltern erschienen um glückliche Kinder abzuholen, erfolgte die offizielle Verabschiedung. Allmählich begann der Abbau von Zelten, Küche, Wasch- und Feuerwehr-Zelt und der Trecker tuckerte heran, um Floß und Gulaschkanone wieder an Ort und Stelle zu schaffen.

Und was geschah ganz zum Schluss?

So hold, wie uns die Sonne zwei Tage lang verwöhnt hatte, so zuverlässig kam der Regen pünktlich zum Ende der Abbauarbeiten und erleichterte uns den Abschied vom Bürgerpark und somit von der Kinderfreizeit 2015.

Allen, die während der gesamten Zeit mit anpackten, denen, die extra zum Auf- und Abbau gekommen waren, denen, die keine Mühe scheuten, denen, die die Kinder verantwortungsvoll betreuten, denen, die gute Ideen hatten und diese in die Tat umsetzten, sei herzlich gedankt.

Gott, unserem Vater, danken wir für alle Engel, die bereit standen, für die fröhlichen Stunden und das schöne Wetter.

GH / GJo

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