Sei getreu

Wernigerode, 5. November 2014

Am Mittwoch, dem 5. November 2014, hielt Apostel Jens Korbien einen Gottesdienst für die Gemeinden Wernigerode, Elbingerode und Ilsenburg in Wernigerode. Als Grundlage verwandt er das Wort aus Offenbarung 2, Vers 10: „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“

Der Chor nahm zu Beginn den Gedanken der Treue auf und stimmte die Gemeinde mit dem Lied „Wo du hingehst“ (nach Rut 1,16.17) auf den Gottesdienst ein.

Der Apostel führte zunächst aus, dass wir Menschen im Allgemeinen bestrebt sind, das Ergebnis unserer Bemühungen und Arbeiten sichtbar und messbar zu machen. Da kann der Wunsch entstehen, die Auswirkungen unserer Gebete, unseres Glaubens und Hoffens ebenfalls sehen und messen zu wollen, was sich als schwierig gestaltet. Er stellte in diesem Zusammenhang das Bild eines Sämanns in den Mittelpunkt, dessen Bemühungen um einen gut bestellten Ackerboden zunächst von keinem sichtbaren Erfolg gekrönt sind, ja selbst das Saatgut musste er für die Aussaat entbehren. Dies ist jedoch die notwendige Voraussetzung, bevor die Kraft des Schöpfers anschließend eine gute Ernte hervorbringt. Darum rief der Apostel dazu auf, in vielfältiger Weise guten Samen auszustreuen und sich von dem scheinbar ausbleibenden sichtbaren Erfolg nicht entmutigen zu lassen. Vertrauen wir unsere Aussaat der Kraft und dem Segen des Herrn an.

Anders als in irdischen Dingen lässt sich beim Herrn nicht ausgehend vom erbrachten Einsatz berechnend auf die gewünschten Auswirkungen schließen. Wer göttlichen Lohn, wie das ewige Leben empfangen möchte, kann sich dies nicht durch große Taten verdienen. Er ist gefordert, seinen Glauben einzusetzen, wie es im Johannes-Evangelium heißt: „[…] damit alle, die an ihn (Jesus) glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“  (Joh. 3,16) Zum anderen ist er aufgerufen, in der Nachfolge Christi zu stehen, wie Jesus selbst dem reichen Jüngling auf seine Frage nach dem ewigen Leben antwortete: „[…] komm und folge mir nach!“ (Markus 10,21) Der Apostel rief dazu auf, im Glauben, Vertrauen und in der Nachfolge Christi treu zu sein, um die im Bibelworte erwähnte Krone des Lebens - als Sinnbild für das ewige Leben - empfangen zu können.

Anschließend beleuchtete er noch weitere Bereiche des Lebens, in denen Treue belohnt wird: Sei es die Treue unter Eheleuten oder die Treue der Eltern zu den Kindern, die sich segensreich auswirken, oder auch die Treue im beruflichen Umfeld, die sich durch Verlässlichkeit und Verbindlichkeit auszeichnet.

Mit den Worten „bis an den Tod“ beschrieb der Apostel die zeitliche Dimension, die mit der Aufforderung „sei getreu“ verbunden ist. Sie steht zum einen für die Länge der Zeit, in der sich die Treue bewähren muss und auch die Stetigkeit der Treue an guten wie an schlechten Tagen. Johannes verweist in seinem Sendschreiben auf widrige und lebensbedrohliche Zustände und rief die Gemeinde auf, dennoch treu zu sein. Wir können dankbar sein, heute in einem Gebiet der Erde zu leben, in dem wir um unseres Glaubens willen keine Lebensbedrohung fürchten müssen. Umso mehr möge unsere Treue zum Herrn in Bedrängnis nicht wanken.

Das Streben nach dem ewigen Leben möge uns als Lohn für unsere Treue durch alle Zeit bis zur Wiederkunft Christi begleiten.

Zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl nahm der Apostel Bezug auf das Wort im 2.Timotheus 2,13: „[…] sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“ Während unsere Verfehlungen die Treue zum Herrn beschädigen, erweist der Herr durch seine Gnade dennoch stets seine Treue.

SJ/GJ

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