Der Ruf Gottes

Gottesdienst mit Bezirksapostel Klingler, 27. Oktober 2013

Am Sonntag, dem 27. Oktober, überraschte unser Bezirksapostel Wilfried Klingler die Gemeinde mit einem spontanen Besuch. Er legte dem Gottesdienst das Wort aus Römer 8, Vers 28 zugrunde: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind."

Vielen von uns wurde dieses Wort als Trost in schwierigen Situationen entgegengebracht, wenn es nicht möglich war, Erklärungen zu finden, oder der Wunsch nach Veränderung und Wandel besonders stark war. Der Bezirksapostel lenkte jedoch den Blick zunächst auf den 2. Teil „die nach seinem Ratschluss berufen sind" und stellte diesen Aspekt an die erste Stelle.

Gott ruft viele Menschen. Zur Zeit des Alten Bundes rief Gott das Volk Israel, aus Ägypten auszuziehen. Die anfängliche Euphorie schlug mit den Strapazen und Nöten der Völkerwanderung schnell um in Unzufriedenheit und Unmut. Der göttliche Ruf war schnell in Vergessenheit geraten und das feine Gehör für diesen Ruf war verlorengegangen.

Mit Jesus Christus kam der Ruf Gottes auf die Erde, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen werden. (1. Tim. 2,4) Jesus wandte sich an seine Mitmenschen und rief zur Nachfolge auf. Nach seinem Opfertod riefen seine Jünger als Apostel dazu auf, sich mit Gott versöhnen zu lassen. (2. Kor. 5,20)

Der Ruf Gottes ist Ausdruck seiner Liebe. Diese Liebe empfinden zu können, ist ein großartiges Geschenk, für das wir in unserer Unvollkommenheit keine Verdienste vorweisen können. Gott hat uns nach seinem Ratschluss gerufen, sein Kind zu sein und den Ruf seiner Liebe weiterzutragen.

Von diesem Standpunkt aus blickte der Bezirksapostel erneut auf das eingangs erwähnte Bibelwort und rief der Gemeinde zu: Weil ich sein Kind bin, weil ich berufen bin, dienen mir alle Dinge zum Besten. Wenn ich weiß, wer ich bin, wer mich gerufen hat und wer mich begleitet, ist es leichter, meinen Weg zu gehen, als mit der bloßen Hoffnung auf baldige Veränderung.

In einer anderen Bibelübersetzung heißt es, dass alle Dinge zum Guten zusammenwirken. Der Bezirksapostel bezog dieses Zusammenwirken auf offenbar gegensätzliche Erscheinungen wie Licht und Schatten, Sonne und Regen. Übertragen auf unser Leben richten sich unsere Wünsche in erster Linie auf ein glückliches und sorgenfreies Leben - voller Licht und Sonne. Fragen wir uns jedoch im Rückschauen, ob es nicht gerade die trüben und schattigen Tage waren, die uns tiefer in ein Vertrauen zu Gott gebracht, den Zusammenhalt in der Gemeinde gefördert haben und ein innigeres Gebetsleben hervorbrachten. In Summe ist es das Zusammenwirken aller (positiven wie negativen) Dinge, die uns zum Besten dienen.

Möge es uns eine Gewissheit sein, dass Gott uns aus Gnaden zu seinem Kind berufen hat, und uns durch alle Lebenslagen als himmlischer Vater begleitet.

In diesem Gottesdienst empfing Julietta Debora Harsing das Sakrament der Heiligen Taufe und Versiegelung.

SJ / GJ

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