Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

Kinderchor- und -orchesterfreizeit 2013 der Gebietskirche Sachsen-Anhalt, 28. bis 30. Juni 2013

Unter der Überschrift „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" kamen am letzten Juni-Wochenende 73 junge Instrumentalisten zur Kinderchor- und orchesterfreizeit zusammen. Bereits zum 12. Mal bildeten die Streicher und Bläser unter der Leitung von Kerstin Pfützner das Orchester, während die jungen Klavier- und Orgelspieler der Gebietskirche mit ihren Dirigentinnen Claudia Zohm und Kathleen Abel den Chor ausmachten. Unterstützt wurden die  Ensembleleiter von einem weiteren achtköpfigen Betreuerteam, welches sich um Registerproben, Instrumententransport, Zimmerbelegung, Schlüsselverwaltung, Weckdienst, Trösten, Streitschlichtung, Zimmer aufräumen, Motivation, Kuchenvergabe, Getränkeausgabe, Notenkopien und vieles mehr mit Hingabe kümmerte. Alle vereinte das gemeinsame Ziel, ihre Eltern, Verwandten und Freunde am Ende des Wochenendes im  Abschlusskonzert zu erfreuen.

In diesem Jahr war die Jugendherberge Wernigerode der Ort für intensive Proben, Spiel und Spaß und kurze Nächte.

Das Spektrum der Orchesterliteratur erstreckte sich von Händels Brandenburgischen Konzerten über Dvoraks 3. Satz aus der 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt" bis zu Filmmusiken. Der Kinderchor erarbeitete ein Repertoire an alten und modernen Liedern in deutscher und englischer Sprache, welches u.a. das menschliche Miteinander in der Verschiedenheit und das Üben von Toleranz beinhaltete.

Passend zum Motto des Wochenendes fanden sich am Samstagabend alle Kinder nach den Proben ein, um sich mit dem Thema Liebe deinen Nächsten wie dich selbst vertiefend auseinander zu setzen. Stifte und farbiges Papier lagen bereit und so sollte sich zunächst jeder selbst etwas Gutes tun und einen Brief an sich persönlich schreiben. Das war erst gar nicht so einfach, aber nachdem „der Knoten geplatzt war“, kam Zeile für Zeile zusammen. Dann bekamen alle per Los einen Gesprächspartner zugewiesen, um konkret nach den Dingen des Nächsten zu schauen, die liebenswert sind. Dabei reichte das Losglück von dem Jungen, der froh war, kein Mädchen als Partner gezogen zu haben, bis hin zu zwei Geschwistern, die sich wahrscheinlich jeden anderen gewünscht hätten, als den eigenen Bruder. Schon bald wird der Postbote wohl in den nächsten Tagen den einen oder anderen Briefkasten füllen.

Bereits am Samstagmittag gestalteten alle Kinder ab 12 Jahren eine Jugendstunde, um ihre Gedanken rund um das Motto des Wochenendes zusammen zu tragen. Die Ergebnisse waren Teil des Kindergottesdienstes am Sonntagmorgen in der Jugendherberge. Bischof Lothar Petereit legte diesem das Wort aus Galater 5, Vers 14 zugrunde: „Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“

Im Mittelpunkt stand das von Jesus verwandte Gleichnis vom barmherzigen Samariter, der sich in vorbildlicher Weise des Nächsten annahm und half. Um das Bedürfnis des Nächsten nach Hilfe empfinden zu können, gab der Bischof den Rat,

  • sich an das gute Gefühl zu erinnern, welches man selbst verspürt, wenn einem geholfen wird,
  • sich in den Anderen hinein zu versetzen und seine Gefühlslage nachzuempfinden und
  • sich zu fragen, was Jesus in dieser Situation tun würde.

Er legte den Kindern nahe, das Gebot Jesu in ihrem täglichen Umfeld zu beherzigen.

Nach dem Gottesdienst folgte der letzte Feinschliff in den Durchlaufproben, bevor es mit 2 Bussen ins 30 km entfernte Halberstadt ging. Hier begann um 16 Uhr das Abschlusskonzert in der gut besuchten Kirche. Apostel Jens Korbien begrüßte alle Anwesenden und Bischof Lothar Petereit führte durch das Programm. Die Beiträge wurden durch die jeweiligen Textübersetzungen und zu den Stücken passenden Bildeinblendungen untermalt. Die Empfindungen des Publikums wechselten von Freude und Heiterkeit bis zu innerer Bewegung und Nachdenklichkeit und belohnten die jungen Musiker auch zwischen den Beiträgen mit herzlichem Applaus. So konnten  nach gut 90 Minuten alle Anwesenden mit vielen Eindrücken und müden Kindern „im Gepäck“ die Heimreise antreten.

KP/SJ

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