Was hat Gewicht in deinem Herzen?

Gottesdienst mit Bischof Petereit, 15. Mai 2013

Am Mittwoch, dem 15. Mai besuchte unser Bischof Lothar Petereit die Gemeinde. Er legte dem Gottesdienst den 1. Vers aus Sprüche 11 zugrunde: "Falsche Waage ist dem Herrn ein Gräuel; aber ein volles Gewicht ist sein Wohlgefallen."

Zu Beginn seines Dienens wünschte der Bischof, dass dieser Gottesdienst Glaubensstärkung, Frieden und Freude bringen und jeder die Gemeinschaft der Gotteskinder erneut als wertvoll erkennen möge.

In diesem Zusammenhang beschrieb er die Gemeinde als ein wertvolles Buch, in dem sich jeder Einzelne als Seite, fest eingebunden in die Gemeinschaft eingefügt fühlen möge. Bücher die einen Goldschnitt haben, stellen in ihrer Gesamtheit einen Glanz dar, wenngleich eine einzelne Seite dies nicht erkennen lasse. Er beendete dieses Bild mit dem Aufruf an die Geschwister, in der Gemeinde fest eingebunden zu bleiben und als gesamte Gemeinde im Verbund eine Ausstrahlung wie ein Goldschnitt nach außen zu haben.

Mit Verweis auf das verlesene Bibelwort fragte der Bischof, was in unserem Leben wichtig ist, also Gewicht hat.

Im Hinblick auf die Waage stellte er zunächst die Sorge um das Irdische der Sorge um das ewige Leben gegenüber. Möge bei allen verständlichen Sorgen des täglichen Lebens, diese kein Übergewicht über die Sorge nach dem ewigen Leben bekommen. In dem Zusammenhang verwies er auf den Rat aus Matthäus 6, Vers 33: "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ Eine weitere Zusage finden wir dazu auch im 1. Petrusbrief: "Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sorgt für euch." (1. Petrus 5,7)

Als nächstes fragte der Bischof nach dem Gewicht des Gebotes Jesu, Gott über alles zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst. (vgl. Lukas 10, 27) Mit Blick auf den Nächsten deutete der Bischof auf Jesu Gleichnis vom barmherzigen Samariter hin, in welchem sich dieser ohne Erwartung von Gegenleistung oder Berechnung als hilfreich zeigte. (vgl. Lukas 10,30 ff.)

Die Liebe untereinander möge auch vor der Andersartigkeit des Nächsten nicht haltmachen. Paulus gab den Römern den Rat, „einander anzunehmen, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ (Römer 15,7)

Welches Gewicht hat unser Vertrauen zu Gott und behalten wir dieses, wenn die Verhältnisse um uns unangenehm und schwierig werden? Abraham ist uns in diesem Punkt ein großes Vorbild. In vielen Momenten seines Lebens bewies er, dass sein Vertrauen in Gott nicht ins Wanken geriet.

Auch die Gotteskindschaft und damit verbunden die Kraft aus dem Heiligen Geist mag in unserem Herzen Gewicht behalten. Dazu schreibt Paulus im Römerbrief: "Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind." (Römer 8,16) Darin liegt für uns Sicherheit. Darüber hinaus ist der Geist Gottes ein Geist der Liebe und der Ordnung. Mögen wir uns von ihm stets auf Gottes Wegen führen lassen, auch wenn diese nicht immer unseren Vorstellungen entsprechen.

Die Gnade Gottes - hat sie noch Gewicht in unserem Herzen? Als Paulus dem Herrn gegenüber seine Unzufriedenheit über seine persönlichen Verhältnisse äußerte, bekam er die Antwort: "Lass dir an meiner Gnade genügen." (2. Korinther 12,9) Hat die Gnade Gottes in unserem Herzen solch ein Gewicht, dass wir Gottes Zulassungen so annehmen können?

Möge schließlich auch das Sehnen nach dem Tag des Herrn Gewicht behalten. Die Freude auf diesen Tag entwickelt im Herzen Sehnsucht. Schon unsere Kleinsten bitten in ihrer kindlichen Art und Weise in ihren Gebeten um die Wiederkunft Christi. Auch wenn der Tag noch vor Ihnen liegt, an dem sie diese Worte vollumfänglich begreifen werden, so muss es doch zuvor immer jemanden geben, der ihnen diesen Wunsch ins Herz legt und vorlebt. Möge dieses Sehnen auf den Tag des Herrn in uns stets ein großes Gewicht haben.

Im Rückschluss auf das Bibelwort münden all diese Gewichte in das volle Gewicht, welches Gottes Wohlgefallen findet.

Der Bischof endete mit dem Aufruf, dass das ewige Leben und die Dinge, die dazu in der Vorbereitung nötig sind, volles Gewicht in unserem Herzen haben und behalten mögen.

 

SJ

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